Landratsamt Neu-Ulm informiert zum Weltwassertag (22. März) über den Schutz des nassen Schatzes

Sauberes Trinkwasser gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Gesundheit der Bevölkerung. Im Landkreis Neu-Ulm ist die Trinkwasserversorgung dank des Einsatzes der Kommunen und der Überwachung durch die Behörden in einem guten Zustand. Darauf weist das Landratsamt Neu-Ulm aus Anlass des Weltwassertages (22. März) hin.

„Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten!“ So schreibt Goethe in „Faust II“. Entsprechend „ist das Trinkwasser die Basis unserer Lebensqualität“, erläutert Dr. Martin Küfer, der Leiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). „Trinkwasser ist das wichtigste, das gesündeste und das am besten kontrollierte Lebensmittel.“

Das Trinkwasser im Landkreis wird aus Grundwasser gewonnen. Es ist ein kostbarer Schatz, mit dem wir reich gesegnet sind. „Der Landkreis hat so viel Grundwasser, dass von hier aus sogar an die Nachbarn in Ulm, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Günzburg abgegeben werden kann“, stellt der Leiter des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm, Gerhard Wieser, heraus.

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den Pflichtaufgaben der Kommunen. Die 17 kommunalen Wasserversorgungsunternehmen versorgen fast alle 171.000 Einwohner im Landkreis Neu-Ulm. Die Überwachung gliedert sich wie folgt: Der Grundwasserschutz und damit der Schutz des Rohstoffes Wasser liegen für den Landkreis Neu-Ulm im Zuständigkeitsgebiet des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth sowie des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ am Landratsamt Neu-Ulm. Das Trinkwasser selbst fällt in den Überwachungsbereich des ÖGD. Ab dem Brunnenkopf überwacht das frühere Gesundheitsamt die Wasserverteilung mit Hochbehälter und Ortsnetz bis zum Zapfhahn in der Hausinstallation.

Bayernweit wie auch im Landkreis Neu-Ulm erreicht die öffentliche Wasserversorgung 99 Prozent der Einwohner. Daneben kontrolliert der ÖGD noch 113 kleinere Wasserversorgungen aus Brunnen für Gebäude ohne Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz. Zudem überwacht der ÖGD auch das Wasser in den acht EU-Badegewässern sowie in den neun Hallenbädern, vier Freibädern und zwei Bewegungsbädern.

Wichtig ist dabei, dass in regelmäßigen Abständen Trinkwasserproben im Labor untersucht werden. Die kommunalen Wasserversorgungsunternehmen melden pro Jahr circa 170 Pflicht-Untersuchungen an den ÖGD. Davon sind jeweils nur einige wenige Einzelwerte auffällig. Die Werte für Nitrat und Pflanzenschutzmittel liegen im Landkreis erfreulicherweise unterhalb der Grenzwerte.

Sind Trinkwasserwerte auffällig, so stellen Sofortmaßnahmen und Nachproben sicher, dass keine Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher besteht. Ist das Wasser etwa mit coliformen Bakterien verunreinigt, müssen die Kommunen als Wasserversorger und der ÖGD sofort reagieren. Am wichtigsten ist, dass die Kommune unverzüglich die Verbraucher informiert. Wasserwerkspersonal und ÖGD suchen dann sofort gemeinsam nach der Ursache.

Spülen und Desinfektion von Hochbehälter und Ortsnetz sind erste Schritte, etwa bei coliformen Bakterien, die meist erfolgreich sind. Wenn notwendig, müssen die Verbraucher das Wasser vorübergehend abkochen. Ganz selten wird eine fäkale Verunreinigung mit Escherichia coli nachgewiesen. Dann wird das Wasser gechlort, um die Keime zu vernichten. Nur im äußersten Notfall wäre abgepacktes Wasser zu verwenden.

Das Grundwasser muss in der Regel nicht aufbereitet werden. Erfüllt das Grundwasser die Anforderungen der Trinkwasserverordnung zeitweise nicht, ist eine Aufbereitung notwendig. Bakterien im Grundwasser können etwa direkt am Brunnenhaus durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht beseitigt werden. Durch eine geringe Zugabe von Chlor lassen sich ebenfalls Keime abtöten. Enthält das Grundwasser zu viel Eisen und Mangan, kann dies nach Zugabe von Sauerstoff im Brunnenhaus herausgefiltert werden.

Das Wasserversorgungsunternehmen ist dafür verantwortlich, dass das in die Hausinstallation abgegebene Wasser einwandfrei ist. Ab der Wasseruhr muss aber der Haus- und Wohnungsbesitzer gewährleisten, dass das Wasser dort einwandfrei bleibt. Dafür ist eine regelmäßige Wartung notwendig. Seit November 2011 sind dem ÖGD im Landkreis Neu-Ulm insgesamt 307 Hausinstallationen gemeldet worden, bei denen der technische Maßnahmenwert für Legionellen überschritten war und Sanierungsmaßnahmen notwendig waren.

Im Landkreis Neu-Ulm wird besonderes Augenmerk auf die Vernetzung von Wasserversorgungsanlagen gelegt. So ist im Jahr 2017 eine Notverbundsleitung zwischen Biberach (Gemeinde Roggenburg) und Biberachzell (Stadt Weißenhorn) verlegt worden. Ein Notverbund zwischen Weiler (Gemeinde Osterberg) und Kellmünz ist in Planung. Ein großes Bauprojekt wird die Wasserversorgungen in Roggenburg, Biberach und Schießen mit einem gemeinsamen neuen Hochbehälter verbinden.

Das Fachpersonal der Wasserversorger sorgt dafür, dass Mängel gar nicht erst entstehen. Erfahrung vor Ort und ständige Weiterbildung gehören dazu, um alle Anlagen in einwandfreiem Zustand zu halten. So kommen etwa 40 Beteiligte zweimal im Jahr bei den Treffen der Wasserwerksnachbarschaft im Landkreis zusammen, tauschen sich aus und informieren sich über neue Entwicklungen. Gerade am Weltwassertag 2018 treffen sich das technische Personal sowie Vertreter der Wasserwirtschaft und des ÖGD in Bellenberg zur 55. Fortbildungsveranstaltung.

Dr. Martin Küfer stellt heraus: „Das saubere Trinkwasser im Landkreis Neu-Ulm ist ein großer Schatz, den es für uns alle zu bewahren gilt.“

Bildunterschrift:

Sie sagen ja zum heimischen Trinkwasser (von links): ÖGD-Leiter Dr. Martin Küfer, Landrat Thorsten Freudenberger und Gerhard Wieser, Leiter des Fachbereichs „Wasserrecht und Bodenschutz“ im Landratsamt Neu-Ulm. Foto: Kerstin Weidner/Landratsamt Neu-Ulm

Weiterführende Informationen im Internet:

Bayerisches Landesamt für Umwelt:
Wasser: https://www.lfu.bayern.de/wasser/index.htm

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Wasserhygiene: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/trinkwasser/index.htm

Legionellen:
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/legionellen/index.htm

Umweltbundesamt:

Grundwasser:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/grundwasser

Trinkwasser:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser

Broschüre „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3058.pdf

  • Landkreis Neu-Ulm:

Trinkwasserhygiene:
https://www.landkreis.neu-ulm.de/de/trinkwasserhygiene.html